„Wir wollen das weltweit beste Shampoo herstellen.“
Klingt nach einer ambitionierten Vision.
Nun springen ihre Mitarbeiter voller Elan morgens aus den Federn und freuen sich, arbeiten zu dürfen?
Wohl eher nicht.
Da haben wir auch schon einen grossen Knackpunkt in vielen Unternehmen.
Die meisten Visionen klingen gut und sind im Empfangsbereich auch schön dekorativ. Und das war es auch schon.
Dabei soll und kann eine gute Vision so viel mehr für ihr Unternehmen leisten. Sie soll Menschen begeistern, Orientierung geben und sie dazu motivieren, jeden Tag ihr Bestes zu geben.
Warum viele Visionen ihre Wirkung verfehlen
Sobald wir ein Unternehmen betreten, sehen wir zuerst den Empfang und dann die Vision. Ein paar meist bedeutungslose Wörter.
Das Ergebnis?
- Keine Identifikation mit dem Unternehmen.
- Arbeit nach Vorschrift statt Eigeninitiative.
- Sinkende Motivation und fehlendes Engagement.
Menschen geben nicht deshalb ihr Bestes, weil ein Satz an der Wand hängt. Sie geben ihr Bestes, wenn ihre Arbeit für sie einen Sinn hat.
Motivation beginnt mit einem klaren „Wozu?“
Eine starke Vision lässt sie sofort wissen, warum ein Unternehmen etwas erreichen will.
Welchen Unterschied macht das Unternehmen für seine Kunden?
Mitarbeiter möchten wissen, dass ihre tägliche Arbeit einen echten Unterschied macht.
Wer versteht, warum seine Arbeit wichtig ist, arbeitet mit einer ganz anderen Haltung.
Die entscheidende Frage lautet: „Wo passe ich hinein?“
Selbst die beste Vision bleibt wirkungslos, wenn Mitarbeiter sich darin nicht wiederfinden.
Jeder Mensch bringt unterschiedliche Fähigkeiten mit. Eine Vision entfaltet ihre Kraft erst dann, wenn diese individuellen Potenziale bewusst mit den Unternehmenszielen verbunden werden.
Führungskräfte sollten sich regelmässig fragen:
- Wer begeistert sich für welche Themen?
- Welche ungenutzten Stärken schlummern im Team?
- Wie können diese Potenziale dazu beitragen, unsere Vision Wirklichkeit werden zu lassen?
So entsteht echte Motivation. Mitarbeiter fühlen sich gesehen, wertgeschätzt und erkennen ihren persönlichen Beitrag zum grossen Ganzen.
Der Schlüssel liegt im Menschen – nicht im Leitbild
Eine Vision motiviert nicht automatisch. Sie wird erst dann lebendig, wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter kennen und deren individuelle Fähigkeiten gezielt einsetzen.
Wer Menschen dort einsetzt, wo ihre Stärken liegen, schafft Identifikation. Und Identifikation führt zu Eigenverantwortung, Engagement und unternehmerischem Denken.
Aus einer schönen Formulierung wird eine gemeinsame Mission.
Meine Frage an Sie:
Spüren Ihre Mitarbeiter die Unternehmensvision im Arbeitsalltag – oder hängt sie lediglich an der Wand?
Ich freue mich auf Ihre Gedanken und Erfahrungen in den Kommentaren.